Zahnarztpraxis Dr. Zieger

3 Mythen über Wurzelbehandlungen – und warum keine davon stimmt

Dr. Horatiu Zieger

Dr. Horatiu Zieger ist ein erfahrener Zahnarzt mit eigener Praxis in Bonn. Als zertifizierter Zahnarzt für orale Implantologie durch die Deutsche Gesellschaft für Implantologie (DGI) zählen die Lösung komplexer Fälle im Rahmen der Implantologie sowie die ästhetische Zahnmedizin unter zahnerhaltenden, prophylaktischen Aspekten zu den Schwerpunkten seines Behandlungsspektrums. Seine hohe fachliche Kompetenz erweitert er durch regelmäßige Fortbildungen.

Grafik: Wurzelbehandlung Zahn im Fokus
@Natali_Mis/Shutterstock.com

Kaum ein Wort in der Zahnmedizin löst so viel Unbehagen aus wie „Wurzelbehandlung„. Dabei ist diese Sorge meist völlig unbegründet und wir verraten Ihnen warum.

Viele Patienten schieben den Zahnarztbesuch hinaus, obwohl der Zahn längst schmerzt, nur weil sie sich vor der Zahnbehandlung selbst fürchten. Doch diese Angst beruht meist auf Geschichten aus zweiter Hand oder Erfahrungen, die Jahrzehnte zurückliegen. Die moderne Endodontie hat sich seitdem grundlegend weiterentwickelt. Wir nehmen uns die drei größten Irrtümer über eine Wurzelbehandlung vor und erklären, was an ihrer Stelle wirklich zutrifft.

Mythos 1: „Eine Wurzelbehandlung tut furchtbar weh“

Diese Sorge ist verständlich und sie ist der häufigste Grund, warum Patienten den Termin verschieben. Tatsächlich verhält es sich genau umgekehrt: Der Schmerz, den Sie vor der Behandlung spüren, stammt von der Entzündung im Zahninneren. Genau dieser Zustand wird durch die Wurzelbehandlung beseitigt. Vor der Behandlung betäuben wir den betroffenen Bereich behutsam, sodass Sie keine Schmerzen mehr spüren. Die Instrumente, die uns in der modernen Zahnmedizin mittlerweile zur Verfügung stehen, und die Vergrößerung durch das Mikroskop erlauben uns heute eine deutlich präzisere und schonendere Arbeitsweise als noch vor einigen Jahren.

Viele unserer Patienten berichten uns nach dem Eingriff, dass die Wurzelkanalbehandlung selbst unspektakulär verlief und die größte Belastung tatsächlich die Zeit davor war, in der die Zahnschmerzen und die Angst vor der Behandlung den Alltag bestimmt hatten. Wenn Sie besonders ängstlich sind, sprechen Sie das offen an. Wir nehmen uns gerne Zeit, erklären Ihnen jeden Schritt und passen das Tempo an Ihr Wohlbefinden an.

Mythos 2: „Der Zahn stirbt danach sowieso ab“

Der Begriff „toter Zahn“ sorgt für viel Verwirrung und ist medizinisch ungenau. Bei einer Wurzelbehandlung entfernen wir das entzündete oder abgestorbene Gewebe aus dem Wurzelkanal und reinigen den Kanal gründlich. Anschließend desinfizieren und füllen bzw. versiegeln wir ihn, damit keine Bakterien erneut in den Wurzelkanal eindringen können. Der Zahn selbst bleibt danach fest im Kieferknochen verankert, genau wie zuvor, sodass sich die Situation nicht verändert.

Er verliert zwar seine Nervenversorgung und damit die Fähigkeit, Temperaturreize zu spüren, seine Funktion beim Kauen und Beißen behält er jedoch vollständig. Mit einer stabilen Zahnersatzversorgung, meist einer Zahnkrone oder Brücke, und guter häuslicher Pflege kann ein wurzelbehandelter Zahn genauso lange halten wie jeder andere Zahn auch. Viele Patienten tragen einen solchen Zahn über Jahrzehnte, ohne dass er ihnen jemals wieder Probleme bereitet.

Mythos 3: „Ziehen ist einfacher und besser als Wurzelbehandeln“

Das Ziehen eines Zahns wirkt auf den ersten Blick wie die schnellere Lösung. Was dabei oft übersehen wird: Eine Zahnlücke bleibt selten folgenlos für das Gebiss. Nachbarzähne kippen mit der Zeit in die Zahnlücke hinein, gegenüberliegende Zähne wandern nach, und der gesamte Biss kann sich verschieben. Um diese Folgen zu vermeiden, ist danach meist ein Zahnimplantat oder eine Brücke notwendig, was sowohl mit einem größeren zeitlichen als auch finanziellen Aufwand verbunden ist als der Erhalt des eigenen Zahns.

Ihr natürlicher Zahn hat gegenüber jedem Ersatz, sei es ein Implantat oder Zahnersatz, einen entscheidenden Vorteil: Er sitzt exakt so, wie ihn Ihr Kiefer über Jahre geformt hat. Der Erhalt des eigenen Zahns durch eine Wurzelbehandlung ist deshalb in den allermeisten Fällen die beste Lösung, die sich langfristig auszahlt, sowohl für Ihre Zahngesundheit als auch für Ihren Geldbeutel.

Seitliches Foto vom Empfang der Zahnarztpraxis Dr. Horatiu Zieger in Bonn (Beuel)

Was das für Sie bedeutet

Wenn Sie Zahnschmerzen haben oder Ihnen eine Wurzelbehandlung empfohlen wurde, lassen Sie sich von der Angst nicht davon abhalten, rechtzeitig zu handeln. Je früher eine Entzündung erkannt und behandelt wird, desto schonender und unkomplizierter verläuft der Eingriff. Wenn Sie mit Zahnschmerzen zu lange warten, verursacht das oft mehr Beschwerden und benötigt am Ende eine aufwendigere Behandlung.

Wir wissen, dass die Vorstellung einer Wurzelbehandlung Unbehagen und Ängste auslösen kann, und wir nehmen diese Sorge sehr ernst. Deshalb erklären wir Ihnen vor jedem Eingriff genau, was Sie erwartet und beantworten alle Fragen rund um die Wurzelkanalbehandlung, die Sie beschäftigen. Vereinbaren Sie einen Termin in unserer Zahnarztpraxis in Bonn und lassen Sie sich unverbindlich von uns beraten, ohne sich sofort für eine Behandlung entscheiden zu müssen. Ein genauer Blick auf den Zahn und ein Röntgenbild zeigen uns sehr schnell, welche Optionen für Sie tatsächlich infrage kommen.

 

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