Zahnarztpraxis Dr. Zieger
Die 5 häufigsten Fehler beim Zähneputzen – Nummer 3 macht fast jeder!

Dr. Horatiu Zieger ist ein erfahrener Zahnarzt mit eigener Praxis in Bonn. Als zertifizierter Zahnarzt für orale Implantologie durch die Deutsche Gesellschaft für Implantologie (DGI) zählen die Lösung komplexer Fälle im Rahmen der Implantologie sowie die ästhetische Zahnmedizin unter zahnerhaltenden, prophylaktischen Aspekten zu den Schwerpunkten seines Behandlungsspektrums. Seine hohe fachliche Kompetenz erweitert er durch regelmäßige Fortbildungen.
Zähneputzen klingt erstmal simpel und doch kann man so einiges falsch machen. Wir werfen gemeinsam mit Ihnen einen Blick hinter die Kulissen und informieren Sie über die gängigsten Probleme, die wir in unserer Zahnarztpraxis in Bonn täglich sehen. Erkrankungen an Zähnen und Entzündungen am Zahnfleisch entstehen oft nicht durch mangelnde Mundhygiene, sondern durch kleine Gewohnheiten, die sich im Laufe der Zeit eingeschlichen haben. Denn auch wenn Sie täglich Ihre Zähne putzen, können durch falsche Gewohnheiten Probleme entstehen. Darum beleuchten wir heute für Sie die fünf häufigsten Fehler beim Zähneputzen, was es für Sie für zahnmedizinische Folgen hat und wie Sie es ab heute besser machen.
1. Zu viel Druck: Wenn Gründlichkeit zum Problem wird
Putzen Sie Ihre Zähne auch eher kraftvoll als sanft? Dieser oft unbewusste Reflex kann Ihren Zähnen im schlimmsten Fall mehr schaden als er nützt. Denn zu fester Druck oder Schrubben beim Zähneputzen kann die Zahnhartsubstanz mechanisch abtragen und das Zahnfleisch zurückdrängen. Freiliegende Zahnhälse und schmerzempfindliche Zähne sind dann vorprogrammiert.
Was das medizinisch bedeutet
In der Fachsprache spricht man hier von einer Gingivarezession, dem Rückgang des Zahnfleisches am Zahnhals. Dadurch liegen Ihre empfindlichen Zahnhälse frei, an denen der schützende Zahnschmelz von Natur aus dünner ist. Es entsteht eine sogenannte Dentinhypersensibilität: Typisch sind ziehende Schmerzen bei Kälte, Süßem oder Berührung. Zusätzlich begünstigt der mechanische Abrieb sogenannte keilförmige Defekte am Zahnhals.
Das Tragische an weggeschrubbtem Zahnfleisch: Diese Substanzverluste bilden sich nicht von selbst zurück und langfristig gesehen steigt somit Ihr Risiko für Wurzelkaries.

Unsere Empfehlung für Sie:
- Verwenden Sie Zahnbürsten mit weichen bis mittleren Borsten (Härtegrad „soft“ oder „medium“), um Zähne und Zahnfleisch zu schonen.
- Putzen Sie Ihre Zähne mit kreisenden, sanften Bewegungen anstatt horizontalem Schrubben.
- Elektrische Zahnbürsten mit Drucksensor warnen zuverlässig vor zu hohem Anpressdruck.
2. Der falsche Zeitpunkt: Direkt nach dem Essen zur Bürste greifen
Bestimmt kennt jeder von uns das Gefühl, wenn man sich nach bestimmten Speisen und nach Kaffee- oder Alkoholgenuss nach einem frischen Mundgefühl sehnt. Ein nachvollziehbarer Impuls. Aber Achtung: Nach säurehaltigen Speisen oder Getränken sollten Sie nicht unmittelbar zur Zahnbürste greifen, und wir sagen Ihnen auch warum.
Was das medizinisch bedeutet
Säurehaltige Speisen und Getränke senken kurzfristig den pH-Wert in Ihrem Mund und weichen die oberste Schmelzschicht auf. Man spricht dann von einer beginnenden Erosion, im Unterschied zur rein mechanischen Abrasion durch die Bürste. Putzen Sie genau jetzt, tragen Sie die noch weiche, demineralisierte Schmelzoberfläche regelrecht ab, bevor Ihr Speichel sie durch seine remineralisierende Wirkung und den schützenden Pellikel-Film wieder stabilisieren konnte. Über die Jahre summiert sich dieser Effekt zu einem messbaren Zahnsubstanzverlust, auch wenn Sie es vielleicht nicht gleich bemerken.
Unsere Empfehlung für Sie:
- Warten Sie nach säurehaltigen Mahlzeiten oder Getränken rund 30 bis 60 Minuten mit dem Zähneputzen.
- Sie können den Mund mit etwas Wasser ausspülen, um Säurereste zu verdünnen.
- Sie können in der Zwischenzeit zuckerfreien Kaugummi kauen, er regt den Speichelfluss an und unterstützt die natürliche Remineralisation.
3. Zu kurz geputzt – diesen Fehler machen fast alle
Seien wir doch mal ehrlich: Wie oft kommt es vor, dass man eilig seine Zähne putzt? Studien zur Putzdauer liefern eine eindeutige Antwort: Die meisten Menschen schätzen ihre Putzzeit deutlich großzügiger ein, als sie tatsächlich ist. Im Schnitt wird tatsächlich weniger als eine Minute geputzt, obwohl zwei Minuten als fachliches Minimum gelten. Das liegt kaum an bewusster Nachlässigkeit, sondern schlicht daran, dass Ihre eigene Zeitwahrnehmung Sie hier täuscht. Zwei Minuten Zähneputzen fühlen sich doppelt so lange an, wie sie tatsächlich sind. Falls Sie sich hier ertappt fühlen: Sie sind damit definitiv nicht allein.
Was das medizinisch bedeutet
Putzen Sie zu kurz, bleibt der bakterielle Biofilm (Plaque) weitgehend an Ihren Zahnoberflächen und in den Zahnzwischenräumen kleben. Unbehandelt mineralisiert dieser Biofilm innerhalb weniger Tage zu Zahnstein (Kalkulus), den Sie selbst mit herkömmlichem Putzen nicht mehr entfernen können – das gelingt dann nur noch durch eine professionelle Zahnreinigung bei Ihrem Zahnarzt in Bonn. Gleichzeitig reizen die im Biofilm enthaltenen Bakterien Ihren Zahnfleischsaum und können dadurch eine Gingivitis auslösen, eine Zahnfleischentzündung, die sich zunächst durch Rötung und Bluten beim Putzen bemerkbar macht. Ignorieren Sie diese Signale über längere Zeit, kann daraus eine Parodontitis entstehen.

Unsere Empfehlung für Sie:
- Mindestens zwei Minuten putzen: mit Timer, Sanduhr oder der Zeitmessung der elektrischen Zahnbürste.
- Gehen Sie systematisch vor, damit Ihre Zahnpflege zur Routine wird. Zum Beispiel nach dem KAI-Schema: erst Kauflächen, dann Außenflächen, dann Innenflächen der Zähne.
- Lieber etwas langsamer und mit voller Konzentration putzen als schnell und mechanisch.
4. Die Zahnzwischenräume werden oft vergessen
Nutzen Sie eigentlich regelmäßig Zahnseide? Wenn Sie jetzt zögern, geht es Ihnen wie den meisten unserer Patientinnen und Patienten. Ihre Zahnbürste erreicht nur einen Teil der Zahnoberfläche – die Kontaktflächen zwischen Ihren Zähnen, die sogenannten Approximalräume der Zähne, bleiben dabei weitgehend unberührt. Und genau dort, wo sich Speisereste und Bakterien besonders gerne sammeln, entsteht ein Großteil aller Probleme, die wir später behandeln müssen.
Was das medizinisch bedeutet
Bis zu 40 Prozent Ihrer Zahnoberfläche liegen in diesen schwer zugänglichen Zwischenräumen. Sparen Sie diesen Bereich dauerhaft aus, entsteht dort bevorzugt Approximalkaries – kariöse Läsionen oder Veränderungen, die auf Röntgenbildern oft erst in einem fortgeschrittenen Stadium sichtbar werden und von außen in der Regel nicht oder nur schlecht erkannt werden können. Zusätzlich ist die Wahrscheinlichkeit für eine Parodontitis in diesen Bereichen besonders hoch, da sich der bakterielle Biofilm (Plaque) hier ungestört ausbreiten kann, ohne dass Sie es zunächst bemerken.

Unsere Empfehlung für Sie:
- Verwenden Sie täglich Zahnseide oder – je nach Zwischenraumgröße – Interdentalbürsten, am besten abends vor dem Zubettgehen.
- Achten Sie auf die passende Größe der Interdentalbürsten, denn zu kleine oder zu große Größen reinigen nicht zuverlässig.
- Im Rahmen unserer Prophylaxe-Sitzung bei einer professionellen Zahnreinigung (PZR) beraten wir Sie dazu gerne.
5. Die Zahnbürste wird zu selten gewechselt
Wissen Sie eigentlich noch, wann Sie Ihre Zahnbürste zuletzt gewechselt haben? Vielen Patientinnen und Patienten fällt die Antwort schwer und das ist völlig menschlich, schließlich erinnert einen ja niemand aktiv daran. Das Problem dabei: Ausgefranste Borsten reinigen längst nicht mehr so effektiv, wie Sie es sich wünschen. Sie schieben Beläge eher hin und her, statt sie wirklich zu entfernen.
Was das medizinisch bedeutet
Aufgefächerte Borsten verlieren ihre mechanische Reinigungswirkung erheblich, wodurch bakterielle Plaque gerade in den kritischen Bereichen – etwa an Ihrem Zahnfleischsaum am Zahnhals – nicht mehr vollständig entfernt wird. Hinzu kommt eine zunehmende Bakterienbesiedlung der Borsten selbst: Eine über Monate genutzte Zahnbürste kann so ungewollt zur Quelle einer erneuten Keimübertragung werden, besonders wenn Sie gerade einen Infekt überstanden haben.

Unsere Empfehlung für Sie:
- Wechseln Sie Ihre Zahnbürste beziehungsweise Aufsteckbürste alle acht bis zwölf Wochen.
- Bei sichtbar aufgefächerten Borsten auch früher wechseln, unabhängig vom Kalender.
- Nach einer Erkältung oder einem grippalen Infekt die Bürste zusätzlich austauschen.

Der Unterschied, den Fachwissen macht
Haben Sie sich bei dem einen oder anderen Punkt wiedererkannt? Dann geht es Ihnen wie den meisten unserer Patientinnen und Patienten und das ist überhaupt kein Grund zur Sorge, sondern der erste Schritt zu einer besseren Routine bei der Zahnpflege. Ihre häusliche Mundhygiene kann vieles leisten, doch selbst bei bester Technik bleiben mikroskopisch kleine Beläge und Zahnstein zurück, die Sie selbst nicht mehr entfernen können. In unserer Zahnarztpraxis in Bonn schauen wir uns im Rahmen der regelmäßigen Prophylaxe nicht nur Ihre Zähne an, sondern auch Ihre individuelle Putztechnik und zeigen Ihnen ganz konkret, wo sich für Sie kleine Anpassungen am meisten lohnen.
Möchten Sie wissen, wie es um Ihre eigene Mundhygiene steht? Dann vereinbaren Sie gerne einen Termin – wir beraten Sie persönlich und individuell.
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